Was ist Pilates? Ein Überblick

Das Pilates Training erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Erfunden in den 1920er Jahren, hat es in den letzten Jahren einen weltweiten Boom erlebt. Was Pilates ausmacht, was Reformer Pilates ist und ob die Trainings Methode als Krafttraining gilt, erfährst du in diesem Artikel.

Pilates: Eine Einführung in die Sportart

Der 1883 in Mönchengladbach geborene Joseph Pilates entwickelte während seiner Internierung zu Beginn des Ersten Weltkrieges – Pilates lebte als Deutscher in England – die Pilates Methode (mehr dazu hier).

Pilates ist ein systematisches Ganzkörpertraining, bei dem kontrollierte, präzise Bewegungen im Mittelpunkt stehen. Ziel ist es, die Tiefenmuskulatur zu stärken, die Haltung zu verbessern und Bewegungen effizienter auszuführen. Dabei ist der ganze Körper in die Übungen einbezogen, der eigene Atemrhythmus bestimmt das Tempo der Bewegung.

Das „Powerhouse“ ist ein Begriff, dem niemand entgeht, der Pilates trainiert. Das „Powerhouse“ bezeichnet die Muskulatur der Körpermitte, von der alle Bewegungen ausgehen und die vor Beginn einer jeden Übung angesteuert und während des Trainings aktiv gehalten werden sollte. Beim klassischen Pilates wird überwiegend auf der Matte trainiert, indem man eine Folge von Übungen absolviert. In der Regel wird mit dem eigenen Körpergewicht trainiert, es können aber auch speziell für das Pilates entwickelte Geräte wie Bälle, Bänder, Ringe oder Rollen eingesetzt werden. Die Übungen umfassen Dehnungs-, Kräftigungs- und Atemübungen. Es geht mehr um die Präzision bei der Ausführung als um die Häufigkeit der Wiederholungen. 

Es gibt unterschiedliche Trainingsarten beim Pilates: Man unterscheidet einerseits das Matten Pilates oder Gerätepilates wie zum Beispiel Reformer Pilates. Andererseits gibt es unterschiede in der Intensität der Flows – von sanften Pilates Flows zu eher kraftvollen Flows. Der jeweilige Ausführungsstil hängt sehr von der*m Pilatestrainer*in ab.

Was ist Reformer Pilates?

Beim Reformer Pilates trainiert man auf einem „Reformer“ genannten Gerät. Es sieht aus wie ein Bettrahmen. Auf ihm ist ein beweglicher Schlitten (“Carriage”) mit Federn und Seilzügen montiert. Zudem gibt es meist eine Fußstange sowie Schulterblöcke für mehr Stabilität und Ausrichtung. Der Reformer bietet dem Trainierenden einen Widerstand, der dann die Aktivierung der Muskeln verstärkt und so beim Ausbau der Maximalkraft hilft. Die Übungen können liegend, sitzend oder stehend ausgeführt werden. Der Unterschied zwischen Matten- und Reformer-Pilates liegt darin, dass auf der Matte mit dem Eigengewicht, auf dem Reformer gegen den Widerstand des Geräts trainiert wird. Beide Methoden sind gleich effektiv und bieten eine Vielfalt an Übungsmöglichkeiten.

Ist Pilates Krafttraining?

Klassisches Krafttraining versteht sich als ein Training mit dem Ziel, die Körperkraft und Leistung zu steigern und die Muskelmasse zu vergrößern. Es kann, muss aber nicht zwingend, mit dem Training an Hanteln, Gewichten oder anderen Geräten verbunden sein. Das Pilatestraining ist eine besondere Form von Krafttraining, das weniger auf den Muskelaufbau als auf die Aktivierung der tiefliegenden Muskeln, mehr Stabilität und kontrollierte Kraftentwicklung abzielt. Beim Pilates können die Muskeln ohne den Einsatz von Gewichten und Geräten aufgebaut werden – nur mit dem eigenen Körpergewicht.

Der große Vorteil von Pilates gegenüber klassischem Krafttraining ist die Stärkung der Tiefenmuskulatur, vor allem der Rumpfmuskulatur (“Powerhouse”). Dadurch werden auch die Beweglichkeit, die Koordination und Balance verbessert. Weitere Vorteile sind verbesserte Haltung und die gelenkschonenden Übungen.

Für wen ist Pilates geeignet?

Grundsätzlich eignet sich Pilates für alle Menschen jedes Alters, die Kraft aufbauen und gleichzeitig beweglicher sein wollen. Gute Erfolge werden außerdem bei Haltungsproblemen und Verspannungen (insbesondere Rückenbeschwerden) beobachtet. Sportler*innen machen Pilates zur Leistungssteigerung und Verletzungsprävention. 

Bei akuten Verletzungen, nach größeren Operationen und kürzlich erlittenen Bandscheibenvorfällen allerdings sollte man davon absehen. Menschen mit Osteoporose sollten sich vor dem Pilates-Training informieren, ob es gut für sie ist, Schwangere sollten auf sie abgestimmte Kurse besuchen.